14.01.2018: HSG Rottluff/Lok Chemnitz - HV Böhlen 37:27 (20:14)

Am gestrigen Sonntag durften unsere Verbandsligamänner sich das erste Mal im neuen Jahr in eigener Halle beweisen. Nach drei Auswärtsspielen ohne Niederlage war das Team hoch motiviert, gegen den HV Böhlen den verlorenen Punkt aus dem Hinspiel vergessen zu machen und den Aufwärtstrend der letzten Spiele weiter fortzusetzen. Gegen die Gäste, die in der laufenden Saison mit zahlreichen Abgängen zu kämpfen haben und aktuell das Tabellenende der Staffel zieren, standen unsere Männer durchaus in der Favoritenrolle und waren gewillt diese durch Leistung zu untermauern.

Von der ersten Minute an sah man unserem Team deutlich an, das hier und heute nicht lange gefackelt werden sollte. Mit dem Anpfiff war die Mannschaft da, ließ den Ball gut laufen und fand einfache Lücken in der Deckung der Gäste. Besonders die Kreisläuferpositiion wurde zunächst immer wieder schön in Szene gesetzt. dennoch blieb das Spiel variabel und wenig berechenbar. Die Abwehr stand solide und ließ nicht viel zu, so dass schnell über 2:0, 4:1 auf 8:3 davongezogen wurde. Auch die Auszeit der Böhlener konnte den Trend nicht stoppen und unser Polster wuchs weiter an (16.Min:12:6). Als dann nach 24 Minuten gar ein 18:10 auf der Anzeigetafel aufleuchtete, mummelte sich wohl der eine oder andere Spieler in seine Komfortzone ein und freute sich bereits, im Gefühl des sicheren Sieges, auf das Feierbier danach. Das zeigte sich vor allem in der Abwehr, die entsprechend nachlässiger aggierte und immer wieder viel zu einfache Tore zuließ. Zuviel Raum, zu wenig Deckungsarbeit: folgerichtig verkürzte Böhlen bis zur Pause auf 20:14 - zu wenig um sich wirklich sicher zu sein und den Sekt schon kalt zu stellen.

Die wachrüttelnden Worte von Co-Trainer Knut Gehring, der auch heute wieder die sportliche Leistung innehatte, wirkten deutlich nach, denn mit dem Wiederanpfiff fuhr der Rottluff-Express wieder unter Volldampf. Vor allem das Tempospiel war vorbildlich und jeder Fehler der Gäste wurde schnell bestraft. Über 24:16, 30:19 und 34:22 wuchs der Vorsprung auf 12 Tore an und nahm dem Spiel jegliche Spannung. Trotzdem boten unsere Männer weiter teilweise sehr ansehnlichen Handball, scheiterten in den letzten 10 Minuten aber zu häufig am Pfosten und an sich selber, so dass es eben letztlich "nur" ein 37:27 war, das beim Schlusspfiff der beiden Dresdner Schiedsrichter aufleuchtete. Diese leiteten die gesamte Partie zwar mit einer teilweise  sehr kleinlichen Linie, hielten das Spiel aber so stets unter Kontrolle und wussten im Gesamteindruck zu überzeugen. Danke auch in diese Richtung.

Was nach so einem Spiel bleibt, ist die Gewissheit, dass wir wirklich guten Handball spielen können. Solange jeder Spieler das Team in den Vordergrund rückt und weiß, sich selbst im richtigen Moment zurücknehmen, bringen wir viel mehr Gefahr auf die Platte. Das Selbstbewusstsein, dass wir uns über die letzten Wochen erarbeitet haben, wird nächsten Samstag auch gegen Döbeln wieder gefordert werden, die dann aller Vorraussicht und allen Gerüchten nach wieder ihr Sachsenligateam aufbieten werden, um die Sachsenhalle zu stürmen. Wer's braucht...wir sind bereit.

 

Für die HSG Rottluff/Lok Chemnitz spielten:

Hujer, Massow;
Hofmann, Müller (2), Schott (6), Majer, Gehring, Koschwitz (4), Staffe (4), Weichert (1), Röber (8/4), Gruber (6), Gaus (2), Pannwitz(4)

 

Zeitstrafen: ROT 8 min + Rot
  BÖH 10 min
     
Siebenmeter: ROT 4 von 5
  BÖH 4 von 6