Interview mit Philipp

Felix: Hallo Phillip, vielen Dank für deine Zeit unsere Fragen zu beantworten!
Phillip: Immer wieder gern.
 
Felix: Wie siehst du das Team im Gegensatz zum letzten Jahr? Aufgrund deiner Verletzung hast du ja eine bessere Sicht darauf.
Phillip: Das Team hat sich im Vergleich zum letzten Jahr schon stark verändert. Es kamen einige neue Spieler dazu und andere wie Nico und ich sind nach unseren längeren Verletzungen auch Neuzugänge. Dennoch ist das Bild einer jungen, talentierten und ambitionierten Mannschaft geblieben. Leider mussten wir auch einige Abgänge hinnehmen, feste Stützen wie Arthur oder Christian müssen erstmal ersetzt werden. Somit sind wichtige Aufgabenfelder frei geworden, welche neu geregelt und besetzt werden mussten. Diese haben wir auf mehrere Schultern verteilt, um ein Ungleichgewicht zu vermeiden. Dadurch konnten sich sowohl die neuen, als auch die alten Spieler besser integrieren und unser Mannschaftsgefüge ist sehr stark geworden.
 
Felix: Kommen wir gleich dazu, wie passen die neuen Spieler?
Phillip: Auf menschlicher Ebene sehr gut. Alle sind fokussiert und arbeiten hart. Allerdings merkt man auf der spielerischen Seite, dass es noch einige Defizite gibt. Gerade was die Abstimmung im Angriff und in der Abwehr angeht, haben wir noch Probleme. Dies gilt es abzustellen, jedoch bin ich guter Dinge, dass dies spätestens in den nächsten Spielen gelingt.
Felix: Das hört sich gut an, wo siehst du die größten Stärken der Mannschaft und was muss noch verbessert werden?
Phillip: Wir als Team sind eindeutig unsere größte Stärke. Wir können mit der individuellen Klasse einiger Teams aktuell nicht mithalten. Dennoch muss es unsere Aufgabe sein, dies über das Team als solches zu egalisieren.
 
Weiterhin ist natürlich unser Vorteil, dass wir noch sehr jung, lernfähig und breit aufgestellt auf allen Positionen sind. Dies müssen wir uns zu Nutze machen und manchmal nicht nur den Erfolg oder Misserfolg für ein Spiel sehen, sondern langfristiger denken.
 
Felix: Und wie lief die Saisonvorbereitung, bist du zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft?
Phillip: Die Mannschaft hat sich voll reingehangen und war sehr engagiert für die kommende Saison zu arbeiten. Jedoch hätte es sicherlich, was den handballerischen Teil anbelangt, optimaler laufen können. Wir hatten aufgrund der Schulferien keine Hallenzeiten und dies ist für unseren Sport äußerst ungünstig. Die meisten Mannschaften in unserer Liga besitzen ihre eignen Hallen und sind nicht darauf angewiesen ihre Saisonvorbereitung ohne Halle zu planen. Generell muss man ehrlich sagen, dass dem Handballsport in der Stadt eher Steine in den Weg gelegt werden, im Vergleich zu anderen Sportarten spüren wir oftmals eher keine Unterstützung. Gerade durch das gesteigerte Interesse am Handball, ist dies aus meiner Sicht unverständlich. Trotz dieser Hindernisse hat sich die Mannschaft reingehangen und alles gegeben.
 
Felix: Was braucht denn die Mannschaft genau, um eine gute Rolle in der Liga zu spielen und nicht abzusteigen?
Phillip: Ich denke, wir brauchen einfach eine starke Mannschaftsleistung. Nicht nur während des Spieles, um uns die Punkte für den Klassenerhalt zu erarbeiten, sondern auch in jeder Trainingseinheit. Wir müssen als Mannschaft noch härter arbeiten, bereit sein, neue Wege zu gehen sowie ehrlich und fair miteinander sein. Nur so haben wir die Möglichkeit als Team weiter zu wachsen und unser vorhandenes Potenzial auszunutzen. Im Vergleich zu vielen anderen Mannschaften sind wir wirklich jung und haben die ersten Spiele auch oft Lehrgeld dafür bezahlt. Ich denke aber, dass sich das schon sehr bald ändern wird.
 
Felix: Kommen wir nun zu dir, du gehst nun in die wievielte Saison und wie geht es dir nach deiner schweren Verletzung letztes Jahr?
Phillip: Gute Frage, das weiß ich persönlich nicht. Ich schätze es könnte das fünfte Jahr im Männerbereich sein.
 
Aktuell fühle ich mich leider noch nicht auf dem Stand vor meiner Verletzung, sowohl was das Körperliche als auch das Psychische angeht. Daran arbeite ich mit jeder Einheit und Möglichkeit, die sich mir bietet. Dennoch blicke ich dem sehr positiv entgegen und hoffe auf den sogenannten Moment: „den Schalter umlegen“. Jedes Spiel gibt mir aber mehr Sicherheit. Ich denke spätestens in ein oder zwei Spielen bin ich wieder voll da.
 
Felix: Gab es Probleme bei der Rückkehr in das Team für dich?
Phillip: Nein, gar keine. Ich war ja nie so wirklich weg, während meiner Verletzungspause war ich dennoch immer im Training oder beim Spiel. Dadurch habe ich nie den Kontakt zur Mannschaft verloren und hatte somit auch nicht das Gefühl gehabt, aus der Mannschaft gerückt zu sein. Eher im Gegenteil, meine Mitspieler haben probiert mich zu unterstützen, wo es nur geht.
 
Felix: Also steht für dich persönlich was auf der Agenda, um dem Team helfen zu können?
Phillip: Aktuell würde ich meinen, dass ich einfach das Vertrauen in meine Schulter und in meinen Wurf wiederfinden muss, um dem Team helfen zu können in dieser schweren Saison, die noch vor uns liegt. Aber ich merke mit jedem Tag, dass es voran geht.
 
Felix: Jetzt haben wir aber noch gar nicht erfahren, wie du überhaupt zu unserem schönen Sport gekommen bist und was du außerhalb unserer Sporart machst?
Phillip: Außerhalb des Handballs bin ich Student und gehe nebenbei noch arbeiten. Zum Handball bin ich damals in der 5./6. Klasse gekommen. Ich habe in der Zeit noch wie jedes Kind Fußball gespielt und wurde durch meinen guten Freund Moritz Wagenknecht zum Handball gebracht.  Er hat einige weitere Spieler aus unserer Mannschaft geworben und gilt insgeheim als Rekrutierungsbeauftragter (lacht). Anschließend kehrte ich dem Fußball den Rücken und spiele seitdem leidenschaftlich Handball.
 
Felix: Bevor wird das Ganze gleich beenden was wünschst du dir für die Zukunft unseres Vereins?
Phillip: Für den Verein wünsche ich mir, dass er sich weiterhin so rasant entwickelt und der Handball in Chemnitz immer populärer wird. Ich finde, die Verantwortlichen des Vereins machen eine großartige Arbeit in allen Bereichen und dies freut mich als Spieler persönlich sehr. Natürlich sollte neben der positiven Entwicklung auch der sportliche Erfolg gerade in den Jugendmannschaften und in allen drei Männermannschaften gegeben sein, um weiter das Potenzial des Handballs in Chemnitz fördern zu können. 
 
Felix: Kommen wir abschließend zu deiner Prognose für die Saison?
Phillip: Ich denke, es wird eine sehr schwere Saison. Ob diese erfolgreich oder nicht beendet wird, mag ich nicht prognostizieren. Ich denke, jeder Einzelne kämpft dafür, die Liga zu halten, um unseren Verein in Sachsen zu repräsentieren und auch selbst in einer so interessanten, niveauvollen Liga spielen zu dürfen. Egal, ob wir zum Schluss bleiben oder absteigen, wir werden aus dieser Saison handballerisch und auch persönlich viel mitnehmen und das kann uns nur stärken.
 
 
 

Sachsenliga 2019/20

Mannschaft P T
ZHC Grubenlampe13:1+26
HC Glauchau/Meerane12:2+42
Koweg Görlitz10:4+26
SG LVB10:4+17
HVO Cunewalde8:6+5
LHV Hoyerswerda7:7+8
HSV Dresden6:8+4
HSV Weinböhla6:8-4
Germania Zwenkau6:8-9
Zwönitzer HSV6:8-17
HSG Neudorf/Döbeln0:14-35
HSG Rottluff/Lok Chemnitz0:14-63